ROTEC MARINE ENGINEERING
Messungen am Schiffsantriebsstrang
Drehschwingungen, Wellenleistung und Maschinenschwingungen: ROTEC verbindet unabhängige Messungen mit einer auf Ihr Schiff abgestimmten Auswertung – bei Neubau, Umbau und der Untersuchung von Auffälligkeiten.
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Drei Messaufgaben. Ein abgestimmtes Vorgehen.
Drehschwingungsmessung
Drehbewegung, Winkel- und Phasenverhalten an vereinbarten Messstellen untersuchen – beispielsweise an Motor, Schwingungsdämpfer und Wellenstrang. Drehzahl- und Lastzustände sowie erforderliche Übergänge werden vorab festgelegt; Messwerte und Berechnungsgrundlagen bleiben unterscheidbar.
Wellenleistungsmessung
Das übertragene Drehmoment mit Dehnungsmessstreifen erfassen und zusammen mit der Drehzahl zur Bestimmung der Wellenleistung auswerten. Messstelle, Wellendaten, Kalibrierung und Messunsicherheit gehören zur Planung – eine Dehnungsmessung allein ist noch keine Leistungsmessung.
Schwingungs- und Geräuschanalyse
Breitbandige Schwingungen an Motoren, Getrieben und Generatoren untersuchen. Körper- und Luftschall können die Kampagne ergänzen. Welche Messgrößen und Bewertungskriterien sinnvoll sind, richtet sich nach Maschine, Einbau und Fragestellung.
Wo Messdaten Entscheidungen unterstützen
Neubau und Inbetriebnahme
Messumfang und gewünschte Nachweise mit Werft, Betreiber und beteiligten Fachstellen abstimmen. Messdaten können die technische Bewertung unterstützen; sie sind nicht mit einer unabhängigen Klassenfreigabe gleichzusetzen.
Umbau und Repowering
Geänderte Motoren, Getriebe, Kupplungen oder Wellenstrangkonfigurationen verändern die zu untersuchende Kombination. Vorhandene Berechnungen und neue Betriebszustände bilden die Grundlage für einen passenden Messplan.
Bestehende Flotte und Fehleranalyse
Auffälligkeiten unter definierten Betriebszuständen untersuchen: beispielsweise drehzahlabhängige Schwingungen, Fragen zu einem gesperrten Drehzahlbereich oder das Verhalten nach einem Schadensereignis.
Vom Messziel zum nachvollziehbaren Bericht
Der Marine-Engineering-Flyer beschreibt eine zusammenhängende Kette aus Planung, Instrumentierung, Messung, Bewertung und Bericht. Drehschwingung, Wellenleistung, Schwingungsanalyse und Ausrichtungsfragen können gemeinsam geplant werden. Der tatsächliche Umfang wird vor dem Einsatz abgestimmt.
Aufgabe und Randbedingungen klären
Antriebsaufbau, Anlass und gewünschte Entscheidung festlegen. Vorhandene Berechnungen, Herstellerangaben und projektbezogene Klassenanforderungen prüfen; Messstellen, Zugänglichkeit, Sicherheit und Zeitfenster abstimmen.
Instrumentieren und messen
Sensoren und Messkette für die vereinbarten Größen auswählen. Betriebszustände und Randbedingungen dokumentieren. Messungen erfolgen nach dem abgestimmten Versuchsplan und innerhalb der freigegebenen Betriebsgrenzen.
Bewerten und dokumentieren
Ergebnisse den jeweiligen Betriebszuständen und vereinbarten Kriterien zuordnen. Berichtsumfang vorab festlegen: Messaufbau, Auswerteverfahren, relevante Verläufe, Bewertung, Einschränkungen und nächste Schritte. Erforderliche Abnahmen bleiben Aufgabe der zuständigen Stelle.
Messung, Bewertung und Monitoring: wichtige Fragen
Sind Drehschwingungen und Maschinenschwingungen dasselbe?
Nein. Drehschwingungen beschreiben Schwankungen der Drehbewegung; Gehäuse- oder radiale Wellenschwingungen betreffen andere Bewegungsrichtungen. ISO 20816-1:2016 schließt Drehschwingungen ausdrücklich aus. Die passende Messung und Bewertung werden daher für jede Fragestellung getrennt festgelegt.
Welche Rolle spielt IACS UR M68?
IACS UR M68 Rev.3 (2021) behandelt Abmessungen und zulässige Drehschwingungsspannungen traditionell geschmiedeter Antriebswellen, etwa Zwischen- und Propellerwellen. Sie gilt nicht pauschal für den gesamten Antriebsstrang. Die Umsetzung von Rev.3 ist für Schiffe mit Bauvertrag ab 1. Juli 2022 vorgesehen. Maßgeblich bleiben die anwendbaren Klassenregeln und Projektanforderungen; eine ROTEC-Messung ersetzt keine Klassenfreigabe.
Was ist bei einem gesperrten Drehzahlbereich wichtig?
Ein Barred Speed Range (BSR) ist kein gewöhnlicher stationärer Messpunkt. Für eine Untersuchung werden vorhandene Berechnungen, genehmigte Grenzen und die zu erfassenden Übergänge gemeinsam mit den Verantwortlichen geklärt. Je nach Fragestellung sind neben Schwingungsamplituden auch Drehzahlverlauf und Durchfahrzeit relevant. Betriebsanweisungen und Freigaben des Schiffs werden dadurch nicht ersetzt.
Ist eine Wellenleistungsmessung bereits ein vollständiger Speed-and-Power-Trial?
Nein. ISO 15016:2025 behandelt Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Geschwindigkeitsprobefahrten für Verdrängerschiffe mit einer Länge zwischen den Loten von 50 bis 500 Metern. Dafür werden zusätzliche Versuchs- und Umgebungsdaten sowie deren Bewertung benötigt. Eine einzelne Drehmoment- und Drehzahlmessung belegt noch keinen normgerechten Gesamtversuch.
Ist ISO 6954 noch die aktuelle Referenz für Komfortschwingungen?
ISO 6954:2000 wurde durch ISO 20283-5:2016 ersetzt. Diese Norm betrifft Schwingungen hinsichtlich der Bewohnbarkeit auf Passagier- und Handelsschiffen mit vorgesehenen Reisen von mindestens 24 Stunden; sie wurde 2026 bestätigt. Das ist ein anderer Bewertungsgegenstand als Drehschwingung oder Wellenfestigkeit. Der für Ihr Projekt vereinbarte Bewertungsmaßstab wird vorab geprüft.
Was unterscheidet Engine Health Monitoring von einer Messkampagne?
Eine Messkampagne beantwortet definierte Fragen in einem vereinbarten Zeitraum. Der ROTEC-Monitoring-Flyer beschreibt dagegen die Auswertung hochaufgelöster Drehzahlsignale auf Veränderungen der Verbrennungsregelmäßigkeit bei Schiffsdieselmotoren. Ob ein solcher Ansatz für Ihren Motor geeignet ist, wird anhand von Sensorik, Betriebszuständen und Validierung geklärt. Das ist keine pauschale Vorhersage aller Motorschäden und kein Ersatz für vorhandene Schutzsysteme.
Gilt der Zeitvorsprung aus dem Monitoring-Flyer für jeden Motor?
Nein. Die Angabe von rund einer Minute bezieht sich auf einen beschriebenen Proof-of-Concept: Kraftstoffabschaltung an Zylinder 1 bei 20 Prozent Last. Daraus lässt sich keine allgemeine Alarmzeit für andere Motoren, Lastpunkte oder Fehlerarten ableiten. Erkennung, Alarmierung und Integration müssen für den konkreten Einsatz geprüft werden.
Welche Unterlagen helfen bei der Anfrage?
Hilfreich sind Schiffstyp und Einsatzprofil, Antriebsschema, Motor- und Getriebedaten, Wellenzeichnungen, vorhandene Drehschwingungsberechnungen, Drehzahl- und Lastbereiche sowie die konkrete Auffälligkeit. Ergänzen Sie Angaben zu Messstellen und Zugang, vorgesehenen Umbauten, Klasse, Einsatzort und Zeitfenster. Nennen Sie außerdem die benötigten Ergebnisse und etwaige Vorgaben für den Bericht.
Welche Frage soll Ihre nächste Messkampagne beantworten?
Neubau, Repowering, auffällige Schwingungen oder Monitoring-Konzept: Senden Sie uns die Eckdaten. Gemeinsam klären wir Messumfang, Voraussetzungen und die benötigte Dokumentation.
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